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Freie Wähler – Rückblicke und Ausblicke

In der Jahresabschlusssitzung 2001 gab Stadtrat Dieter Kannengießer folgende Erklärung ab:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Reimeier, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrats,
die Erklärungen zum Jahresabschluss geben eine Möglichkeit kommunalpolitische Kernpunkte des abgelaufenen Jahres zu beleuchten bzw. einen Blick in die Zukunft zu richten. Angesichts großer innen- und außenpolitischer Themen wie z. B. Währungsumstellung, Verteidigungshandlungen und Wirtschaftseinflüsse durch den Terroranschlag vom 11. September oder Erkenntnisse aus Studien zur Bildungspolitik erscheinen die Sachbereiche einer Kommune oftmals nebensächlich. Aber gerade die kommunale Selbstverwaltung eröffnet den Bürgern die Möglichkeit den unmittelbaren Lebensbereich mitzugestalten. So wirken sehr viele Kolbermoorer durch ehrenamtliche Eigeninitiative, Bürgeranträge oder Versammlungen positiv auf das Ortsgeschehen ein.
   Rückblick auf Beschlüsse
Auch im Stadtrat wurde versucht die diesjährigen Sachangelegenheiten vernünftig zu lösen. Zu nennen seien hier insbesondere der Vertrag mit dem Diakonischen Werk Rosenheim zur Trägerschaft des Jugendtreffs - eröffnet am 01. März, die Mitwirkung im Ring der Europäischen Schmiedestädte, der Baubeginn des städtischen Bauhofes, die Beschlüsse
·  zur Planungsvergabe der neuen Hauptschule mit Dreifachsporthalle
·  zum Hochwasserschutz
·  zur Bauleitplanung für den Breitensport
·  zum Umbau des städtischen Gebäudes an der Maxstrasse (zur Erweiterung der Musik-   schule bzw. Verbesserung der Bücherei) oder
·  zum neuen Ampelkonzept in der Innenstadt.
    Finanzierbarkeit nicht außer Acht lassen
Mit dem Bau der neuen Schulsportanlage der Hauptschule inklusive Dreifachturnhalle wird die Hallensituation für den Breitensport enorm verbessert. Es bleibt zu hoffen, dass die in das Bauleitplanverfahren gegebenen Flächen für den Breitensport an der zentralen Stelle vernünftig entwickelt werden können. Die Finanzierbarkeit der Großprojekte darf an dieser Stelle jedoch nicht außer Acht gelassen werden!
    Unvermehrbare Naturressource Boden
Ein Projektausschuss befasst sich mit der Entwicklung der Industriebrache „ehemalige Spinnerei“: Für den Eigentümer des Geländes eine große Aufwertung - für die Stadt aber auch eine große Chance zu einer städtebaulichen Entwicklung im Stadtkern. Um eine sinnvolle Nutzung zu gewährleisten, bedarf es einer sensiblen Auseinandersetzung mit der Bürgerschaft. Die Bewohner Kolbermoors sollten in dieses großflächige Projekt durch gezielte Informationsveranstaltungen eingebunden werden. Mit dem heutigen Beschluss, die Nutzungsmöglichkeiten des sog. „Neubaues“ auf der Spinnereiinsel untersuchen zu lassen, haben wir einen weiteren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet. Erst der Abschluss dieser Überlegungen wird uns in die Lage versetzen, den Flächennutzungsplan als verbindliche Ortsentwicklungsrichtlinie beschließen zu können.  Die unvermehrbare Naturressource Boden verlangt gerade in Kolbermoor einen verantwortlichen Umgang mit Ausweisungen weiterer Bauleitplanungen. Es ist nicht vorstellbar im Ortskern nachzuverdichten und gleichzeitig weitere Flächen in der Peripherie neu zu entwickeln.

Die angeführten Punkte zeigen selbstverständlich nur einen Ausschnitt aus dem Aufgabenspektrum der Stadt, vermitteln aber auch, dass sich die Bürger der Stadt nicht - Zitat: „... mit Alkohol, Arbeit und Angst vor der Wirklichkeit zu Tode leben“,  so wie dies ein ehemaliger Kolbermoorer in ganz Deutschland über seine Ex-Heimatstadt von sich gibt. Welche Beweggründe in diesem Menschen stecken, der zu Beginn der 80-er Jahre in seinen Veröffentlichungen Mitbürger, die ihm nicht passten, in Menschen verachtender Weise als Faschisten bezeichnete, ist nicht nachvollziehbar und enttäuschend. Nach eigenen Aussagen hätte er diese gerne in die „Frühjahrslawinen des Matterhorns geschickt, eher sie sich lösen.“

Hierzu stelle ich nur selbstredend ein Zitat von Emanuel Geibel entgegen: „Das ist die klarste Kritik von der Welt, wenn neben das, was ihm missfällt, einer was Eigenes, Besseres stellt.“

Mein besonderer Dank gilt daher allen ehrenamtlich Wirkenden, die ihre Freizeit für Soziales, Jugend, Senioren, Kultur oder Sport einsetzen.

Bevor ich nun zum Schluss komme, möchte ich nicht versäumen mich im Namen der Freien Wähler Kolbermoor beim Bürgermeister und den Stadtratskollegen für die kooperative Arbeit zu bedanken. Sicher gab es teilweise unterschiedliche Meinungen, jedoch keine unüberwindbaren Differenzen.
Dem künftigen Stadtrat, der Anfang Mai 2002 erstmals zusammentritt, wünsche ich eine gute Hand für die anstehenden Entscheidungen.
Ebenso danke ich den Bediensteten der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit.
Nun wünsche ich Ihnen und allen Kolbermoorern ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr.“
 

Günter Schirmer – FW Pressesprecher
Weitere Infos im Internet: www.freie-waehler-kolbermoor.de