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Bürgerzeitung 02/2000

Freie Wähler zum Thema neue Hauptschule mit Schulsportplatz
Seit Beginn der neuen Legislaturperiode befasste sich Stadtrat mit dem Thema „Neue Hauptschule und Schulsportplatz“. Aufgrund von Standortüberlegungen, die vom damaligen Stadtrat am 15.03.1995 durch einen Strukturuntersuchungsauftrag in Gang gesetzt wurden und langwierigen Grundstückverhandlungen war eine kurzfristige Umsetzung nicht möglich. Dennoch gelang es letztendlich im Dezember 1999 den ersten Planungsschritt einzuleiten. Folgende Stadtratsbeschlüsse zeigen die Entwicklung für dieses Pflichtaufgabenprojekt auf:
14.05.1997 – Umbau des Gymnastikraumes zur kurzfristigen Schaffung weiterer Schulräume.
14.05.1997 – Beschluß über die Erstellung einer Studie u. a. über die Untersuchung der Standorte unter Berücksichtigung der Baukosten mit der Vorgabe, diese dem Stadtrat bis 01.01.1998 vorzulegen.
30.07.1997 – Untersuchungsauftrag an den Flächennutzungplaner Büro von Angerer  über mögliche städteplanerische Entwicklungen nach dem Stand der Arbeiten für den neuen Flächennutzungsplan, die jeweiligen Kosten des Schulbaues bzw. der Sanierung und Erweiterung sowie die Möglichkeit zur Verwirklichung in Teilabschnitten.
28.01.1998 – Vorstellung des Gutachtens des Büros Drees & Sommer zur Standortuntersuchung  für eine neue Hauptschule. Die Freien Wähler gaben folgende Stellungnahmen (verkürzt) zu dieses Gutachten ab:
- Das Gutachten kommt in seiner Bewertung im Ergebnis wieder auf die Erfahrungen der Stadtverwaltung Kolbermoor und unserer Schulleitungen zurück. Dies bedeutet, dass eine neue Schule im Strukturgebiet wegen ihrer Lage vorzuziehen wäre, da nur dort später eine Erweiterbarkeit der Schule und Turnhalle sichergestellt ist. Die Kosten dieses 60.000 DM teueren Gutachtens hätten daher eingespart werden können.
- Das Gutachten beschreibt auch die Gesamtkosten bei den bevorzugten Varianten - Neubau oder Erweiterung bei der Flurstraße zwischen 37,7 und 43,2 Mio. DM.. Die förderfähigen Kosten wurden mit 12,6 - 13,1 Mio DM beziffert. Offen gelassen wurde eine Finanzierungsbeschreibung der genannten Kosten. Diese ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die Struktur der künftigen Haushalte.
- Aufgrund des Finanzvolumens wird dieses Vorhaben in Teilabschnitten durchzuführen sein.
28.01.1998 – Planungs- und Baubeschluss für vier Klassräume bezüglich der mittelfristigen Beseitigung der Raumnot an der Hauptschule. Leider lag hier eine Fehleinschätzung der Verwaltung vor, der die Sicherung des Schulbetriebes für weitere 10 Jahre voraussagte.
24.02.1999 – Beschluss über die Einrichtung eines M-Zuges (zur Erreichung der mittleren Reife) und einer Praxisklasse (Förderzug für handwerklich orientierte Schüler). Die Praxisklasse ist bereits eingerichtet; der M-Zug ist noch nicht genehmigt.
10.11.1999 - Errichtung von bis zu 4 weiteren Schulräumen auf dem Grundstück der Hauptschule an der Flurstraße zur mittelfristigen Linderung der Raumnot.
22.12.1999 – Standortbeschluss durch die 22. Änderung zum Flächennutzungsplan „Öffentliche Bedarfsfläche Hauptschule und Schulsportplatz“ für ca. 57.000 qm Grundstücksflächen.
14.12.1999 – Antrag zur schulaufsichtlichen Genehmigung. Darin wurde ein vorläufiges Raumprogramm für 30-Klassen angegeben, das sowohl die Bauentwicklung, als auch den geplanten M-Zug berücksichtigt.
26.01.2000 – Paralleles Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes „öffentliche Bedarfsfläche Hauptschule und Schulsportplatz“ und Aufstellungsbeschluß des entsprechenden Bebauungsplanes. Das anschließend neue Wohngebiet ist damit eine Folge der Erreichung dieser Infrastruktureinrichtung.
Bedauerlicherweise konnten die Zwischenlösungen nicht vermieden werden. Bei optimaler Abstimmung der Planungsschritte könnte das Vorhaben früher als erwartet starten. Wichtigstes Kriterium hierfür ist jedoch die Finanzierbarkeit. Nur bei weiterer Ausgabenzurückhaltung und Vermarktung von Vermögen, das nicht mehr zur kommunalen Aufgabenbewältigung benötigt wird, kann dieses Ziel erreicht werden.

FW-Stadtrat Dieter Kannengießer