zurück



Stellungnahme der Freien Wähler zur Vorbereitung des neuen Flächennutzungsplanes

In der Stadtratssitzung am 17. Juli 2002 gaben die Stadträte der Freien Wähler, Dieter Kannengießer (zu 1. und 2.) und Günter Schirmer (zu 3.)  zu den einzelnen Entwicklungsflächen folgende Stellungnahme ab:
1. Gewerbeflächen
Die dargestellten Erweiterungen östlich von Mitterhart bringen auch wiederum Erweitungen von Wohnbauflächen mit sich. Die für den tatsächlichen Bedarf gedachte Flächenerweiterung für die Firma Stanglmayer besteht 100 %-ige Übereinstimmung über alle Fraktionen. Ebenso werden die Gewerbeflächenerweiterungen in Umfeld des Bauhofes, im Spinnereigelände, aber auch ein Ausweisungsverzicht westlich der ST2078 in Richtung Bad Aibling, fraktionsübergreifend für richtig befunden.
Die weitergehende Gebietsausweisung annähernd bis an den Ortsrand von Rosenheim muss jedoch sehr kritisch angesehen werden. Als es 1997 um die Abwägung zur 13. FNP-Änderung östlich der Wendelsteinstraße ging, äußerte die Regierung von Oberbayern, dass gemäß dem Landesentwicklungsprogramm zwischen den Siedlungseinheiten ausreichende Freiflächen erhalten werden sollen. Damit sollte u. a. verhindert werden, dass im Verlauf dieser Entwicklungsachse beiderseits der Mangfall zwischen Feldkirchen und Rosenheim ein durchgehendes Siedlungsband entsteht. In einer Stellungnahme der Stadt Rosenheim zur Stadtratssitzung vom 22.09.1999 wurde darauf hingewiesen, dass nach Aussagen der Stadt Kolbermoor,  unter Bezug auf den Stadtratsbeschluss vom 26.02.1997, eine gemeinsame kooperative Rahmenplanung beider Städte im Rahmen des neuen Flächennutzungsplanes erfolgen sollte. Diese interkommunale Zusammenarbeit bezüglich eines Gewerbeflächenmanagement hat nicht stattgefunden. Zwischenzeitlich hat ja die Stadt Rosenheim bis an den Stadtrand gebaut. Solche Visionen finden offensichtlich nur auf dem Papier statt, da das Kirchturmdenken immer noch an erster Stelle ist.
Trotz der aufgezeigten Problematik befürworten die Freien Wähler Kolbermoor eine Einarbeitung der erweiterten östlichen Gewerbeflächen, da die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen wichtig ist und eine geordnete Gewerbeentwicklung an dieser übergeordneten Straßenanbindung stattfinden kann.

2. Spinnereigelände

Mit dem vom Projektausschuss erarbeiteten Empfehlungen besteht Einverständnis. Dies stellt das Endergebnis der bisherigen Arbeit auch aus dem letzten Stadtrat dar. Die Ausweitung der Wohnbebauung auf der Insel wurde zugestanden, da das Garnmagazin und  sog. Neubau als Gemeinbedarfsfläche dargestellt wird. Dies muss jedoch auch bedeuteten, dass die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens erst erfolgt, wenn über die Nutzung der Gemeinbedarfsfläche Klarheit besteht. Wie Sie ja alles Wissen, entsteht durch die Flächennutzungsplanung noch kein Baurecht. Die Aufwertung der Industriebrache in Wohn- und Gewerbebebauung bedeutet für die Kolbermoorer Stadtentwicklung eine große Chance.

3. Sportflächenentwicklung

Hinsichtlich der Sport- und Freizeitflächenplanung begrüßen die Freien Wähler das dezentral zu erstellende Flächennutzungskonzept. Die Ausweitung um die aufgezeigten Flächen südlich der Staatsstraße stellen in Verbindung mit den bereits bestehenden Sportplatz, mit dem künftigen Schulsportplatz, dem neuen hoffentlich stark begrünten Schulgelände und dem fortlaufenden Karl-Daniels-Platz eine sinnvolle Grünachse ins Stadtzentrum hinein. Ebenso gilt es aus städteplanerischer Sicht, die bestehenden Sportgrünflächen als Grünoasen zu erhalten; auch deshalb, weil bereits beträchtliche Zuschüsse für Sekundärmaßnahmen des Sports geleistet wurden.
Die Freien Wähler plädieren somit für eine entsprechende Ergänzung im Vorentwurf zum Flächennutzungsplan und stimmen damit der vorgelegten Konzeption des Büros von Angerer zu.